Beim Besuch von Flensburg konnten wir noch die letzten Überreste der 1973 eingestellen Straßenbahn in der Norderstraße (jetzt Fußgängerzone) entdecken.
An mehreren Gebäuden hingen noch Befestigungshaken und Rosetten.
Ich habe zwei davon fotografisch festgehalten.
Je weiter man Richtung Nordertor geht, um so mehr Überreste findet man.
Am Südermarkt ergibt sich folgender Damals-Heute-Vergleich:
(Bildzitat aus Straßen- und Stadtbahnen in Deutschland, Band 8, ca. 1930)
Das Gebäude zur Linken, sowie das markante Eckhaus sind auch heute noch vorhanden. Die Straßenbahn ist durch den Bus ersetzt und Autos bestimmen das Straßenbild. Ab dem Südermarkt ist die vorherige Strecke, die von der Straßenbahn befahren wurde, heute eine Fußgängerzone.
Im Rahmen der Innenstadtentwicklung wird nun die in den 60er Jahren gebaute Hochstraße abgerissen, um durch einen Tunnel ersetzt zu werden. Ich persönlich denke, dass ein Tunnel besser ist, man denke nur an die Entwicklung der Rheinpromenade als der Rheinufertunnel fertig gestellt war. Was mir jedoch nicht gefällt, ist die Bebauung des Jan-Wellem-Platz, aber das ist halt meine persönliche Meinung.
Heute habe ich ein paar Fotos vom Abriss gemacht. Es ist schon ein sehr ungewohnter Anblick und wirkt schon jetzt heller als zuvor. Alle Bilder können durch Anklicken vergrößert werden.
Hier am Anfang der Immermannstraße befand sich unter der Hochstraße ein Parkplatz.
Freier Blick zur anderen Straßenseite:
Die evangelische Johanneskirche wurde in dieser Perspektive von der Rampe der Berliner Allee verdeckt:
Trümmer der Brücke vor der IHK:
Aus nördlicher Richtung arbeiten sich 2 Bagger Richtung Süden vor. Die Bagger sind ungefähr an der Stelle, wo die Straßenbahn den Tausendfüßler unterquert haben:
Hier eine Nahaufnahme der zwei orangen Nager:
Alle Straßenbahnen, die vorher den Jan-Wellem-Platz berührt haben, müssen nun großräumig diese Gegend umfahren. Hier gibt die Seite der Rheinbahn nähere Informationen.
Dieses Jahr lockte die thüringische Kleinstadt Jena die Modellstraßenbahnfreunde zu sich. Auch ich war mit Minashima dort, um mal etwas aus dem “Osten” zeigen zu können
2 schöne Sonderfahrten rundeten das Programm ab, so dass man nicht nur kleine Bahnen, sondern auch große Bahnen sehen konnte.
Hier der Link zu den Bildern. Viel Spaß beim Betrachten.
Nachdem am heutigen Tag mit einer Parade der historischen Fahrzeuge und einer Öffentlichkeitsveranstaltung der Betriebshof Am Steinberg nach 103 Jahren in den Ruhestand verabschiedet wurde, steht nun weiterhin zur Diskussion, wie die zukünftige Nutzung aussehen wird.
Eine vernünftige Lösung kann nur so aussehen, dass mindestens Teile des Betriebshofes für die Unterstellung der historischen Fahrzeuge genutzt werden und so in Bilk ein Museum für den Düsseldorf Nahverkehr entsteht.
Ich sage daher “Ja zum Steinberg”.
Hier ein paar Fotos vom heutigen Tage:
Der “Holzzug”: TW 954 + BW 858 + BW 797
Parade der aufgestellten Fahrzeuge von Neu (links) nach Alt (rechts)
Charakterköpfe
Alt und Neu
Hier der Star des Tages:
Mit dem heutigen Tag endete auch der Einsatz der GT8S auf Düsseldorfer Schienen. In Krakau werden sie hoffentlich noch viele Jahre im Dienst sein. In Düsseldorf verbleiben nur noch die U-Bahntauglichen GT8SU.
Zum Abschluss daher noch einige Fotos von TW 3045, der heute zwischen Steinberg und Hbf pendelte:
Weitere Bilder sind in meinem Picasa-Album zu finden.
Beim Spaziergang in Erfurt vor der Veranstaltung “Klein Bahn Ganz Groß” entdeckten wir an einem noch nicht sanierten Haus an der Kettenstraße eine Oberleitungsrosette:
(Klicken zum Vergrößerung)
Es handelt sich dabei um Überreste der Strecke der Grünen Linie. In einem Linienplan von 1915 befuhr diese die Straße Lange Brücke, um über die Kettelstraße zum Domplatz zu gelangen. Auf dem Linienplan vom 1938 nach der Neuordnung der Linien und Einführung von Liniennummern war diese Strecke bereits nicht mehr enthalten.
Als ich am 03.07.07 durch die Oststraße fuhr, bemerkte ich, dass diese einseitig gesperrt war. Beim weiterfahren sah ich, das sich unter der Teerdecke ein altes Gleis befand, das teilweise schon herausgerissen war.
Natürlich mußte ich hiervon ein paar Fotos machen, bevor diese Reste der Gleisarchäologie vollständig entfernt werden.
Was waren das für Gleise? Welche Linien fuhren hier?
Das Rätsel ist gelöst:
Diese Strecke wurde bereits 1876 für die Pferdebahn angelegt und auf ihr fuhr die Linie 4 vom Bergisch Märkischen Bahnhof (heute Graf-Adolf-Platz) zum Wehrhahn. Im Jahre 1900 wurde die Strecke dann elektrifiziert und von der Linie 8 (Schützenstraße – Hafen) befahren.
Von 1906 an fuhr die Linie 7 über die Oststraße, anfangs von Bilker Kirche bis zur Uhlandstraße. Ende 1926 fuhr die 7 dann nach Unterrath, wie auch heute noch.
Im Jahr 1938 befuhren die folgenden Linien die Oststraße:
Linie 7:
Unterrath – Kalkumer Straße – Spichernplatz – Dreieck – Marienhospital – Tonhalle – Oststraße – Corneliusstraße – Bilker Allee – Bilker Kirche – Franziusstraße
Am 8.3.42 tauschten die 2 und die 7 die Endstellen, da aufgrund des starken Verkehrs zu den Rüstungswerken in Derendorf zwei Beiwagen angehängt wurden, die für die Strecke zum Hafen nicht benötigt wurden.
Über die Linie 27, die wohl nur eine Verstärkungslinie war, gibt es keine genauen Angaben. Am 27.6.43 wurde sie nicht mehr aufgeführt und es gab auch keine andere Linie, die über dieses Stück der Oststraße fuhr. Im Streckenplan von 1951 ist die Strecke nicht mehr aufgeführt.