Beim Besuch von Nürnberger Hobbykollegen sind meine Modelle mal auf fränkischen Schienen unterwegs gewesen.
Viel Spaß beim Betrachten.
Beim Besuch von Nürnberger Hobbykollegen sind meine Modelle mal auf fränkischen Schienen unterwegs gewesen.
Viel Spaß beim Betrachten.
An anderer Stelle habe ich schon über die K-Bahn berichtet. Nun ist auch die erste Generation der elektrischen Schnellbahn im Modell fertig. Beide Fahrzeuge sind Stereolithografien von i.materialize.
So sieht nun das fertige Modell aus:

Mein Modell stellt die Fahrzeuge im Zustand der 50er Jahre dar. Die Türen beim Triebwagen sind verschlossen und zwischenzeitlich sind die Fahrzeuge auch auf ihrer Stammstrecke von jüngeren und stärker motorisierten Fahrzeugen abgelöst worden. Ihre letzten Jahren verdingen die zwischenzeitlich über 50 Jahre alten Fahrzeuge auf der Linie 30 nach Meerbusch.
Der Beiwagen hat weiterhin offene Türen, diese sind lediglich mit einer Kette gesichert:

Ein Modell, dass die Ursprungsversion zeigt, befindet sich in Planung
So und jetzt gibt es auch ein Bild der Ursprungsversion:
Die gemütlich braune Lackierung wirkt natürlich komplett anders als das heute noch gewohnte Beige. Die Plattformen waren zwar bereits verglast, allerdings ohne geschlossene Türen. Wie damals üblich fuhren die Fahrzeuge mit doppel angelegten Lyrabügeln. Die Höchstgeschwindigkeit von 40 km/h war zur Jahrhundertwende noch ausreichend, aber reichte schon bald nicht mehr aus.
Vorwort
Nein, die K-Bahn ist nicht 100 Jahre alt, sondern wurde bereits Ende 1898 in Dienst gestellt (siehe z.B. Die erste elektrische Schnellbahn Europas). Der Name K-Bahn stammt von der Beschilderung der Linie mit dem Buchstaben “K”. Die Rheinbahn Fernlinien wurden mit Buchstaben beschildert, der dem Anfangsbuchstaben des Zielortes entspricht. Auch heute ist der Begriff “K-Bahn” in der Bevölkerung immer noch in Gebrauch.
1. Generation
Auf der K-Bahn wurden von Anfang an ausschließlich Drehgestellfahrzeuge eingesetzt. Die 1. Fahrzeuggeneration hatte bereits geschlossene Plattformen, um dem Fahrer während der Fahrt zusätzlichen Schutz zu geben. Für die damaligen Zeit war dies die Ausnahme.
Ein Modell dieser Serie habe ich noch nicht gebaut, so dass ich auf diese Generation nicht näher eingehen werde.
2. Generation
1912 wurde ein sehr imposantes Fahrzeug in Dienst gestellt, das bis Ende der 1950er Jahre die K-Bahn dominiert hat. Erst ab 1953 bekamen sie “Konkurrenz” durch moderne Fahrzeuge. Mit Inkrafttreten der neuen BOStrab 1960 wurden die Fahrzeuge dann ausgemustert.
Diesem Fahrzeugtyp ist auch eine eigene Seite gewidmet, da ich das Modell als 3D Konstruktion erstellt habe.

Von diesem Fahrzeugtyp wurden in den 1920er Jahre weitere Fahrzeuge mit geringen Änderungen nachbestellt, die jedoch als Kriegsverlust alle abzuschreiben sind.
Ab den 1920er Jahren sah so ein typischer Zeug auf der K-Bahn aus:
Projektierte Fahrzeuge der 1930er Jahre
Im Jahr 1939 wurde eine neue Fahrzeuggeneration geplant, die optisch große Ähnlichkeiten mit den zweiachsigen Niederflurwagen der Rheinbahn haben sollte, allerdings waren diese als vierachsige Drehgestellfahrzeuge geplant. Mit baugleichen Beiwagen wäre so ein harmonischer Zug entstanden. Allerdings verhinderte der Zweite Weltkrieg die Fortführung dieser Planung.
Konstruktionszeichnungen dieser Fahrzeuge sind heute noch vorhanden. Vielleicht entstehen diese Fahrzeuge zu einem späteren Zeitpunkt als Modell.
Neubeginn mit der 3. Generation
Im Jahre 1953 wurden die Nachfolger für die zwischenzeitlich knapp 40 Jahre alten Fahrzeuge in Dienst gestellt, der Typ K53 der Düwag. Insgesamt wurden 8 Triebwagen und 4 Beiwagen beschafft, die teilweise eine Kücheneinrichtung hatten und daher keine Mitteltür. Beim Bau dieser Fahrzeugen wurden u.a. die Drehgestelle verwendet, die für die Fahrzeuge des Jahres 1939 vorgesehen waren. Trotz der großen Fahrzeugbreite von 2,50m war es erforderlich, dass die Seitenschürzen Aussparungen bekamen, damit die Drehgestelle ausschwenken konnten.

Diese damals hochmodernen Fahrzeuge ähneln den bereits 2 Jahre zuvor in Dienst gestellten Großraumtriebwagen der Düwag, allerdings mit deutlich größeren Ausmaßen von ca. 15m Länge und 2,5m Breite. Motorisiert mit knapp 300kW erreichten sie mühelos die damalige Streckenhöchstgeschwindigkeit von 90 km/h (Die K-Bahn war zur damaligen Zeit noch als Kleinbahn konzessioniert.). Geschwindigkeiten bis 105 km/h sollen gefahren worden sein, wie Zeitzeugen zu berichten wissen.
Die K53 Fahrzeuge fuhren als Doppeltraktion oder zusätzlich noch mit einem mittig eingestellten Beiwagen bzw. Speisewagen, da die Strecke in Krefeld stumpf endet.
Die grüne Lackierung wurde in den 1950er Jahren in Beige mit grauen Streifen geändert. Hier ist ein Video eines Modell K53 Zuges zu sehen.
Gäste der D-Bahn
In den 50er Jahren fuhren zusätzlich Fahrzeuge der D-Bahn (Düsseldorf-Duisburg) auf der K-Bahn. Mehr Informationen zu diesem Fahrzeug findet sich hier.
Umbau der 3. Generation
1963 erfolgte ein Umbau der Fahrzeuge der Serie K53. Jeweils zwei Treibwagen wurden zu einem Gelenktriebwagen mit schwebendem Mittelteil umgebaut und die Serie K53U entstand. Die K53U hatten ursprünglich wie die Fahrzeuge der Stadtlinien einen grauen Streifen, der jedoch später in einen roten geändert wurde, der fortan Erkennungszeichen der Fernlinienfahrzeuge sein sollte.


Die K53 Beiwagen wurden weiterhin mit den K53U Fahrzeugen verwendet.
4. Generation, die letzten Ferntriebwagen
Da ein Einsatz aufgrund der Breite von 2,50m auf den Stadtlinien nur eingeschränkt möglich war (die anderen Fahrzeuge in Düsseldorf sind 2,35m breit), wurde die nächste Generation der K-Bahn Fahrzeuge auch in einer Breite von 2,35m beschafft. 1966 rollen die Fernbahntriebwagen der Reihe K66 auf die Gleise. Diese waren die letzten Fahrzeuge, die explizit für die Fernlinien angeschafft wurden.

Passend zu den Triebwagen wurden Zweirichtungsbeiwagen beschafft, um den Anforderungen der Strecke gerecht zu werden.
Heute sind Tw 2269 und Bw 1205 als historische Fahrzeuge noch erhalten und damit die letzten und einzigen Fernlinienfahrzeuge, die heute noch existieren.
Die Stadtbahn kommt
Mit Start des VRR zum 01.01.1980 änderten sich die Liniennummern. Für Fernlinien wurden zweistellige Nummern verwendet und so wurde die Linie K zur Linie 76, während den Stadtlinien die Ziffer 7 vorangestellt bekamen und dreistellig wurden.
Als in den 1970er Jahren die K-Bahn als Stadtbahnstrecke ausgebaut wurde, wechselten die K66 Triebwagen auf die Stadtlinien. Mein Modell ist daher beschildert als Linie 712. Hier kamen sie auf der Strecke nach Ratingen (die nie eine Fernlinie der Rheinbahn war) immerhin noch aus dem Stadtgebiet heraus.
Der Stadtbahnbetrieb wurde mit Fahrzeugen vom Typ GT8S realisiert. Als U-Bahnvorlaufbetrieb wurden einige dieser Fahrzeuge später zum Typ GT8SU umgebaut. Dabei erhielten sie u.a. Klapptrittstufen, wurden höher gelegt und die Front wurde einseitig verbreitert, damit die Doppeltür vollständig in der Seitenflucht liegt. Mit Inbetriebnahme der städtischen U-Bahntunnel änderte sich dann die Liniennummer nach U76.

Auch die 4 Speisewagen 3101-3104 wurden entsprechend umgebaut. Diese führten die Tradition des Speisewagenbetriebes fort. Zu erkennen waren sie an der fehlenden Tür im C-Teil, das die Küche enthielt, sowie durch eine geänderte Lackierung. Die Gelenkdome sind weiß und das C-Teil hatte rot-weiße Absatzflächen. Von den Speisewagen ist heute keiner mehr vorhanden.

Die GT8SU fuhren in Traktion, so dass auch weiterhin lange Züge auf der K-Bahn zu sehen waren.
Heute sind die GT8SU Fahrzeuge weiterhin im Dienst, allerdings überwiegend auf der Linie U75 nach Neuss.
U-Bahnzeitalter
Mit zunehmender Indienststellung der B-Wagen wurden diese auch auf der K-Bahn, bzw. U76, eingesetzt.

Auch diese verkehren in Doppeltraktion auf der Linie U76. Einige Kurse führen auch weiterhin einen bewirtschafteten Speisewagen (heute Bistrowagen genannt) mit. Zusätzlich verkehrt die Linie U70, die als Schnelllinie nicht an jeder Station hält. So lebt die Tradition der Schnellzüge auf der K-Bahn noch heute weiter.
Nachwort
Bei den von mir gezeigten Modellen handelt es sich ausnahmslos um Einzelstücke, die von mir gebaut wurden. Die Fahrzeuge von 1912 sind allerdings bei Shapeways als Rohling erhältlich.
Guido Mandorf, 09.07.2012
In Jena konnten sich viele von euch ein Bild meiner 3D Drucke machen und vielleicht ist jetzt auch mehr Klarheit bezüglich der Materialien gegeben, nachdem die Diskussionen im Internet meiner Meinung nach müßig waren, da vielfach nur wiedergegeben wurde, was man irgendwo gehört hat, aber keine eigenen Erfahrungen vorlagen.
Meine neuesten Konstruktionen zeigen den Schnellbahn-Motorwagen der Rheinischen Bahngesellschaft aus dem Jahr 1912, samt dem dazugehörigen vierachsigen Anhängewagen.
Diese Fahrzeuge fuhren bis Ende der 50er Jahre auf der K-Bahn. Das K steht für Krefeld, eine Endstelle der Bahn. Die andere Endstelle lag in Düsseldorf. Bei den Fahrzeugen handelt es sich um Eisenbahnfahrzeuge, denn die K-Bahn war als Kleinbahn konzessioniert, der zweigleisige Gleiskörper wurde nach dem Normalprofil der Staatsbahn ausgelegt.
Mit den 75 km/h schnellen Fahrzeugen wurden die Schnellzüge auf der K-Bahn gefahren.
Die weitere Historie dieser Linie findet man im Wikipedia so dass ich an dieser Stelle darauf verzichte.

Dreht man das Modell, so ergibt sich folgende Ansicht:

Im Gegensatz zum ursprünglich geplanten Messingmodell erfolgt die Motorisierung nicht mehr über Drehvarios, sondern über die bewährten Antriebsfahrgestelle von Halling. Der geringere Achsstand im Drehgestell ist zu vernachlässigen.
Mit Hilfe der Konstruktionssoftware konnte so auch relativ schnell der dazugehörige Beiwagen entstehen:

Mal gucken wie es danach weitergeht … ich geh jetzt erstmal essen

20.06.2012
Der Speisewagen hat Fortschritte gemacht:
Versuche müssen jetzt ergeben, inwieweit es möglich ist, die Nietenstruktur des Fahrzeugs wiederzugeben. Wenn meine Probe von Shapeways zurück ist, weiß ich (hoffentlich), wie ich weiter vorgehen kann.
Update 02.07.2012
Heute kam die Lieferung von Shapeways mit dem ersten Entwurf des K-Bahners. Ich zeige hier kommentarlos die unbearbeiteten Rohlinge, erstellt im Material White, Strong, Flexible (WSF).
So sieht ihn ein Preiser:

Sieht ja schon irgendwie geil aus


Der dazugehörige Beiwagen:

Und hier ein kompletter Zug:

Update 07.06.2012
Ich konnte zwischenzeitlich ein wenig an den Modellen arbeiten:


Update 09.06.2012
Die K-Bahn ist fertig



Zusammen mit dem rot-beigen Speisewagen ergibt sich so der vollständige historische Zug der K-Bahn, wie er bis Ende der 50er Jahre im Dienst stand:

100 Jahre liegen zwischen diesen beiden Fahrzeugen


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